2015 veröffentlichten wir das Electric R – die virtuellen Version des legendären Fender Rhodes Pianos von 1976. Ein willkommener Anlass in die faszinierende Geschichte des Instruments und seines Entwicklers einzutauchen.

Die Geschichte des Fender Rhodes Piano beginnt im Zweiten Weltkrieg. Harold Rhodes gab damals seine Kette von Piano-Schulen auf und meldete sich zum Army Air Corps. Wenig später bekam er vom US Army Air Corps den Auftrag ein akustisches Piano zu bauen, welches so kompakt sein sollte, dass es verwundete Soldaten am Bett spielen konnten. So sollte das tragbare Klavier als Therapieinstrument eingesetzt werden und den Genesungsprozess verwundeter Soldaten unterstützen.

Musik aus alten Flugzeug-Ersatzteilen

Das kleine Piano baute Harold Rhodes unter anderem aus Aluminium-Druckleitungen alter B-17 Bomber und anderen Teilen, die auf der Air Force Base zur Verfügung standen. Harold Rhodes war Autodidakt. Seine Philosophie war: jemand, der Piano spielen lernen will, muss zunächst die Musik als Ganzes verstehen. Und der beste Weg dorthin ist das Bauen eines Instruments – eines Pianos zum Beispiel. So wurden von 1942 bis 1945 mit einfachen Mitteln ca. 125.000 Stück des „Army Air Corps Piano“ oder liebevoll „Xylette“ genannten Pianos hergestellt.

Nach dem Krieg verfolgte Rhodes seine Idee weiter und tat sich mit Leo Fender zusammen, der bereits erfolgreich E-Gitarren und Verstärker produzierte. Unter dem neuen Firmennamen Fender Rhodes kam so das erste Fender Rhodes Piano auf den Markt. In der Folge wurde die ursprüngliche Variante immer weiter verbessert: aus dem kleinen Piano wurde ein E-Piano in der Größe eines Klaviers. Die Suitcase Variante hatte einen integrierten Verstärker, während die Stage-Version ohne auskam, wodurch sie günstiger und vor allem leichter war.

Das Rhodes Mark I Stage Piano

Für unsere Aufnahmen sampleten wir das Rhodes Mark I Stage Piano von 1976. Da die Firma „Fender Rhodes“ an CBS verkauft wurde und diese ab 1975 entschieden, die Pianos nur noch unter dem Namen „Rhodes“ zu verkaufen, trugen die folgenden Modelle nur noch den Namen „Rhodes“. Beide Versionen, die Stage und die Suitcase-Variante, gab es mit wahlweise 73 oder 88 Tasten. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Langlebigkeit weiter verbessert und die Hämmerchen waren nun aus Plastik, um Gewicht zu reduzieren. Insgesamt war der Klang nun etwas weicher und nicht mehr ganz so glockenartig. Der Verstärker hatte nun zum ersten Mal einen Mischpultanschluss.

Ein Klassiker – Auch heute noch geschätzt

Heute ist der Klang des klassischen Fender Rhodes Piano wieder sehr beliebt bei Nu-Jazz-, R&B- und House-Produktionen, was auch zu einer erhöhten Nachfrage nach Originalmodellen führt. Doch funktionsfähige Originalmodelle in gutem Zustand sind rar. Durch den einfachen Transport und die vielen Möglichkeiten sind virtuelle Instrumente, die den Klang eines Fender Rhodes nachahmen, daher eine erstklassige Alternative und dabei so viel günstiger.

In vielen Stücken weltberühmter Künstler spielt das Rhodes eine bedeutende Rolle. Darunter Stevie Wonder, Ray Charles, Led Zeppelin, Justin Timberlake, Pink Floyd oder auch Herbert Grönemeyer.

Auch als der Erfolg nach dem Krieg zunächst ausblieb, blieb Harold Rhodes seiner Idee stets treu und machte weiter, bis zum großen Erfolg in den 70er Jahren, als in den USA täglich 50 Pianos verkauft wurden. Selbst im Alter von 86 Jahren arbeitete Harold Rhodes noch mit Highschool Kindern zusammen.

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