Der Flügel ist sicher eines der faszinierendsten Musikinstrumente überhaupt. Wer als Laie schon einmal selbst ein paar Tasten gedrückt hat, hat eine Vorstellung davon, wie komplex die Technik ist und wie viel Übung es erfordert darauf auch nur annährend perfekt zu spielen. Genau hier sehen wir die Herausforderung bei den Aufnahmen eines virtuellen Instruments. Nur durch viel Liebe zum Detail und noch mehr Geduld kommt das Endergebnis in der finalen Version dem originalen Instrument so nah wie möglich. Die Besonderheit eines Flügels oder auch des Klaviers ist die Möglichkeit des mehrstimmigen Spiels. Die 88 Tasten ermöglichen das Nachspielen kompletter Orchesterpartituren. Und je nach Können des Musikers die Grenzen der Möglichkeiten nach oben offen lassen.

Viele Tausend Einzelteile für den perfekten Klang

Vergleicht man einen Konzertflügel mit einem Uhrwerk wird schnell klar, dass alle Einzelteile perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen, damit die Mechanik funktioniert. Je nach Bauart besteht ein Flügel aus über 6000 Einzelteilen aus Holz und Metall. Greifen nur zwei Teile nicht reibungslos ineinander, ist das Klangbild nicht perfekt. Der Korpus gibt dem Flügel sein äußeres Erscheinungsbild und besteht aus Balkenkonstruktionen und Verstrebungen. Seinen Namen verdankt der Flügel übrigens der speziellen, geschwungenen Form des Korpus, die an den Flügel eines Vogels erinnert. Maßgeblich für die Klangcharakteristik ist der Resonanzboden. Über ihn wird der Schall, den die Schwingungen der Saiten erzeugen aufgenommen und an die Umgebung abgegeben. Jeder Hersteller gibt seinen Flügeln einen eigenen, ganz individuellen Klang, der von Kennern und oft sogar von Laien auseinander gehalten werden kann. So klingt zum Beispiel ein Flügel mit einem Resonanzboden aus hochwertigem Fichtenholz deutlich anders als ein Flügel mit einem Resonanzboden aus Sperrholz. Die Klangcharakteristik wird ausserdem sehr stark von den Saiten an sich beeinflusst. Je länger eine Saite, desto besser ist das Klangvolumen und die Reinheit der Töne. Jeder Flügel bekommt so seinen eigenen Charakter. Dieser eigene Charakter ist in einer Aufnahme nur schwer einzufangen.

Perfekte Aufnahmequalität durch Hightech

Bei der Aufnahme des Instruments arbeiten wir ohne Ausnahme mit hochwertigster Technik und vertrauen ausschließlich auf die Qualität von Hightech-Mikrofonen. Jede einzelne Taste wird separat aufgenommen. Diese bilden in Summe am Ende das Klangbild des gesamten Flügels. Um dieses Klangbild so authentisch wie möglich abzubilden und einzelne Töne präzise herausfiltern zu können, platzieren wir bei den Aufnahmen nicht nur rund um den Flügel herum Mikrofone, sondern auch im Flügel selbst. Ziel ist es, alle harmonischen Strukturen und die vollständigen Resonanzen ins Digitale zu übertragen und abrufbar zu machen. Die einzigartige Klangfarbe des aufgenommenen Flügels ist am Ende auch im virtuellen Instrument erkennbar und – ganz wichtig – wird von Kennern sofort wieder erkannt und dem jeweiligen Flügel zugeordnet. Für den idealen Konzertklang fanden die Aufnahmen in einem Raum statt, der die Akustik eines Konzertsaals optimal einfängt. Hier wurde mit offenem Deckel aufgenommen und jedes Mikrofon so platziert, dass die Resonanzen im Raum den einzigartigen Konzertklang treffen.
Bei den Aufnahmen für den Studio-Modus wurde der Deckel entfernt und die Mikrofone viel näher am Flügel platziert, um den puren, unverfälschten Klang des Flügels aufzunehmen.

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