Von bescheidenen Anfängen zur weltweiten Inspiration

Das Rhodes hat, wie viele andere herausragende Errungenschaften unserer Zeit, eine faszinierende Geschichte.

McCauley erzählt seine Kurzversion: “ Harold Rhodes hat es tatsächlich entwickelt, als er sehr gelangweilt war. Er war bei den US Air Corps und irgendwie so etwas wie ein Erzieher, ein Klavierlehrer – er wollte seinen Kumpels zeigen, wie sie ihre Telefonnummern in Melodien umwandeln können – so was und andere Dinge, wie diese.
Er verstand, daß Musik eine mathematische Sprache oder auch Wissenschaft ist – und in dem Moment, als er schwer verwundete Soldaten aus der Ardennenschlacht zurückkehren sah, dachte er, dass Musik für sie eine Art Therapie sein könnte.
Zur gleichen Zeit sah er all die losen und herabhängenden Metallteile an den ausrangierten Kriegsflugzeugen und dachte sich „ Ich kann aus den Teilen so etwas ähnliches wie ein Klavier bauen“. Das erste Klavier, das er daraus entwickelte und baute, war klein genug, um es über ein Bett zu hängen, weshalb es ab diesem Zeitpunkt im Therapieprogramm eingesetzt wurde.
Es war überaus erfolgreich: mehr als 250.000 Soldaten setzten sich mit dem Keyboard auseinander. All diese Menschen, die nichts von ihrer musikalischen Begabung wussten, begannen darauf zu herum zu spielen und lernten einfach Stücke. Ich glaube, das half den Soldaten im Zuge ihrer Therapiemaßnahmen.”

Die beruhigenden und gefühlvollen Qualitäten eines Rhodes sind also kein Zufall. “Ich glaube Harold’s Absicht wird durch dieses Piano klar und ich glaube auch, dass jeder, der es spielt, seine eigene Seele damit verschmelzen kann, mit seiner eigenen musikalischen Persönlichkeit. Es hat irgendwie etwas mit dem Sound, der Wärme und sogar der Funkyness des Rhodes zu tun. Es bringt die Inspiration ans Tageslicht, die wir als Musiker in uns tragen, wenn wir uns hinsetzen und es spielen – eine Art Inspiration, von deren Existenz wir davor gar nicht wirklich Bescheid wussten.”

Das noch unbekannte Rhodes: Die Pioniere des Keyboards

Einen außergewöhnlichen Track auszusuchen, der die Magie und Vielseitigkeit des Rhodes in seiner ganzen Pracht demonstriert ist keine einfache Aufgabe, da dieses E-Piano so ziemlich überall vorkommt; von The Doors über Ray Charles, Whitney Houston, Stevie Wonder und The Carpenters.
McCauley schlägt deshalb vor, einen Blick ganz zurück auf die Anfänge zu werfen: “Wenn die Leute die Wahrheit über das Instrument herausfinden wollen und wissen wollen, wie es genutzt wurde, dann geh am besten zurück zu seinen Wurzeln. Geh zurück zur Quelle aus der es stammt – lerne, wer damit herum experimentiert hat, wer es wirklich groß gemacht hat. Ich denke , diese Dinge helfen dabei die möglichen Einsatzzwecke jedes Instrumentes am besten zu verstehen.” Im Fall des Rhodes stolpern wir über Künstler wie Miles Davis, die für den Bekanntheitsgrades des Instrumentes sehr einflussreich waren. “Er setze es seinen Musikern vor und sagte bestimmt „Spiele es!“- wenn sie zögerten, weil sie davor noch nichts davon gehört hatten und es für ein Spielzeug hielten. Jeder scheut sich anfänglich davor zu experimentieren, aber Miles war kühn und mutig. Daher denke ich, er hat sehr großen Anteil daran, dass das Rhodes bekannt wurde – besonders durch den Einsatz auf seinen Platten wie „Silent Way“.

Down the Rhodes George Duke Down the Rhodes Ray Manzarek

Fast so, als würde er alte Freunde aufzählen, benennt McCauley andere maßgebliche Musiker, die für die Pionierarbeit am Rhodes in den frühen Tagen besonders wichtig waren- Herbie Hancock, Chick Corea, Donny Hathaway, George Duke, Les McCann – und Ray Manzarek, der besonders den Rhodes Bass etablierte: “Er benutze ihn als den Bass-Sound von The Doors. Er war bestimmt nicht der Erfinder dieser Technik, aber als er es das erste mal, bei einer anderen Band im Einsatz sah, dachte er „Wow, das muss ich unbedingt auch haben“ … Ich glaube, das war ziemlich innovativ und kreativ von ihm. Der Rest ist Geschichte”. Ganz zu schweigen von Bob James, der auf Quincy Jones‘ „Walking in Space“ spielte: “Eine ganze Menge Leute kamen wegen seiner Musik zum Rhodes und er verfügt sicherlich über ein riesiges Repertoire, das den Rhodes Piano-Sound verkörpert.”

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“Als ich es zum ersten Mal gespielt habe, habe ich mich darin verloren, ohne auch nur ansatzweise Effekte oder andere …






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